Der Maler
Eines Tages, da saß ich da
Nahm den Stift gar wunderbar.
Schon zeichnete ich drauf los,
ohne drüber nachzudenken.
Ein Strich hier, da noch mehr.
Doch dieses Bild, wo kam es her?
Nichts verstand ich in dem Moment,
ich malte weiter ohne zu denken,
die Zeit verging in einem Maße,
Immer mehr geriet ich in Extase –
ja,
der Tropfen hing mir an der Nase.
Denn dieses Bild zu malen
doch als ich damit fertig war,
sagte ich unbedacht und voller Stolz:
Ich hab’s geschafft.
Doch als ich mein Werk ansah
erschreckte mich dies sonderbar.
Dieses Bild was, ich, erschuff
war dunkel und der Farben viele,
das Rot war Blut, Ozeane gemalt aus Tränen, die Sonne war die Höllenglut.
Da war sie da, die Angst und rief:
„Lauf davon, ich, schütze dich.“
Ich lief und lief ohne Pause,
die Angst mich peitschte,
immer weiter nur hier fort, und sie lauthals kreischte:
„Sicher bist du erst im nächsten Ort.“
Als ich da nun ohne Atem lief,
die Hände zitternd, die Beine schwer,
kam etwas nicht zu beschreiben
von innen her.
Warm und sanft beruhigt es
meinen Lauf und ich hielt ein.
Und ich blickte auf und sah mich um –
wo war ich nur?
Ich erblickte Bäume, Wiesen voller Blumen,
Ja – die Natur.
Dieses Bild, dass brachte Frieden.
Und ich blickte innerlich.
Da kam sie wieder die warme Woge
und sie sprach:
„Geh zurück, ruhig, mit Gemach.
Ich bin bei dir und werde bleiben.
Gemeinsam werden wir diesen Weg bestreiten.“
Da ging ich nun frohen neuen Mutes.
Die Woge blieb wie sie’s versprach,
Und ohne Hast kam ich dort an, wo mein Lauf begann.
Weiter sprach diese stille Kraft:
„Lass uns schauen, was du erschaffst.
Ich sprach zu ihr: „Ich fürchte mich.“
Und sie sagte: „Fürchten musst du nicht.
Schau doch mal genauer hin,
mache es mit meinem Blick.“
Und so schaute ich in ihrem Sinn.
Da merkte ich, mit einem Lachen,
verkehrt herum, es stand.
Doch drehen konnt ich’s nicht allein,
denn lange lange hab ich dran gemalt.
Und da fragte ich die Kraft,
die warme Woge:
„Bitte hilf du mir, alleine schaff ich’s nicht.“
Und wie ein Lächeln in mir wehte
und das Glück sich offenbarte.
Denn aus diesem dunklem Gemälde
wurde plötzlich Licht in allen Farben.
Himmelleicht ward da der Rahmen
und ich begann zu lieben,
was ich da sah.
Die Woge sprach:
„So ist’s gut, so ist’s recht und wahr.“
Die Moral von der Geschicht:
Die Bilder drehen kannst du nicht.
Bitten musst du die eine Kraft,
die aus sich alles schafft.
Und lieber Leser, gib’s ruhig zu,
dieser Maler bist auch du.
Erkenne was du wirklich bist,
dann bist du frei vom ganzen Mist.