Schatten und Licht
Der Schatten, der mich Schrecken ließ,
der einst in Märchen Furcht verhieß,
war weder gut noch schlecht gemeint –
ein Lehrer, der nur für mich erscheint.
Er zeigt mir, was ich glaubte sei,
verdeckt vom Schleier mancherlei,
bis ich erkenne, was da spricht:
nicht er –mein eigenes, still wartend’ Licht.
Dort steht es, weich und liebevoll,
geduldig, klar und macht mich voll
von jenem Lächeln jenseits Zeit,
das sagt: „Mein Kind, du bist bereit.“
Denn Schatten können nichts berühren,
sie leben nur in alten Türen,
die Glaubensbänder einst gebaut –
aus Angst geformt, aus Traumvertraut.
Geh ich hindurch, voll Mut, voll Kraft,
erkennt mein Herz, was Wahrheit schafft:
Der Schatten, Nebel – zart und leicht,
vergeht, wo Liebe sich verneigt.
Kein Glaube an die Angst besteht,
wo Licht durch meinen Geist nun weht.
Und mit ihm schwindet jedes Leid:
Was nie real war, ist nun befreit.
Und wähle ich die Liebe still
in jedem Angstmoment,
dann fällt der Schatten von mir ab,
so leicht wie Wind, der rennt.
Die Furcht, sie läuft davon im Nu,
so schnell, wie’s keinen Läufer gibt –
denn wo ich Liebe wähle, weich,
dort zeigt sich,
wer
mich
ewig liebt.
M.H.2026