Der Wind in Erika`s Zimmer
Ich saß in meinem Zimmer und stapelte
Zettel, lose Erinnerungen. Immer wieder
sah ich mir die Bilder an. Ich war so fasziniert,
dass ich die Zeit vergaß.
Das war –
alles ich, –
aber war?
Was ich doch hier seh, war ich!
Und nun bin ich hier, schau von hier darauf.
Und dieses Gefühl dazu, halt ich fest,
vom Bild, nicht vom Jetzt?
Schmerz und Freud,
jedes einzelne Bild trug es fest in sich,
und jeder Stapel ward ein Leben –
unzählig um mich da steh’n.
Hielt ich ein Blatt
mit dem alten Gedanken,
der Schmerz darin, er war da.
Doch ich bin hier, wie kann das sein?
Ist der Gedanke auf dem Blatt,
der glaubte mein,
der Geber dieser Pein?
Und als ich so betrachtend sah,
gewahr,
dass Gefühl nun nicht mehr mein.
Verflog die Last aus meinem Sein.
Und Freiheit sanft begrüßte mich.
Denn dieses Bild von mir,
bin ich nicht mehr.
So bemerkte ich und sah mich um,
der Raum so vollgestopft mit altem Sein,
alte Namen, alte Freud und alte Pein.
Die Luft wurd dicker,
das Atmen schwer,
also hin ans Fenster – Luft muss her.
Als ich an diesem Fenster stand,
die Luft genoss und Licht begann
den Geist zu füllen –
wie klein war doch dieser Raum.
Doch da, die Tür flog auf,
ein Windstoß kam
und nahm den Zettelkram
mit hinaus zum Fenster raus.
Ich atme ein und atme aus,
ich gebe auf und gebe hin.
So bekam ich meinen wahren Sinn.
Die wahre Sicht.
Denn Gedanken verlassen ihre Quelle nicht.
M.H.2026